Der TI-Atlas 2026 der gematik zeigt: Knapp 70 Prozent der Arztpraxen nutzen die elektronische Patientenakte (ePA) inzwischen intensiv. Zwei Drittel der befragten Einrichtungen berichten, dass Patienteninformationen schneller verfügbar sind als zuvor. Gleichzeitig bleibt die aktive Nutzung auf Patientenseite hinter den Erwartungen zurück. Was bedeuten diese Zahlen konkret für Ihren Praxisalltag — und was können Sie tun, um mehr aus der ePA herauszuholen?
Was zeigt der TI-Atlas 2026?
Der TI-Atlas ist die grösste jährlich erhobene Studie zur Nutzung und Wirkung der Telematikinfrastruktur in Deutschland. Für die Ausgabe 2026 hat die gematik rund 5.000 Einrichtungen und 1.400 Versicherte befragt. Gematik-CEO Dr. Florian Hartge stellte die Ergebnisse am 15. September 2026 vor.
Die zentrale Erkenntnis: Digitale Anwendungen wie die ePA, das E-Rezept und der elektronische Medikationsplan (eMP) sind in der Versorgung angekommen. Sie werden nicht mehr nur getestet, sondern im Alltag eingesetzt. Rund 70 Prozent der Arztpraxen arbeiten intensiv mit der ePA, bei Kliniken liegt der Wert bei etwa 50 Prozent — drei Viertel davon bereits krankenhausweit.
Wo es gut läuft — und wo Praxen nachsteuern sollten
Die Zahlen zeigen zwei Seiten. Auf der einen Seite: 80 Prozent der Ärztinnen und Ärzte haben bereits Dokumente in die ePA eingestellt. Zwei Drittel der Einrichtungen bestätigen, dass Patienteninformationen schneller abrufbar sind. Die technische Grundlage steht.
Auf der anderen Seite: Nur rund 24 Prozent der Versicherten nutzen ihre ePA tatsächlich aktiv. Und 69 Prozent der Befragten geben an, noch nie mit ihrer Praxis über die ePA gesprochen zu haben. Das bedeutet: Der grösste Hebel für mehr Nutzen liegt nicht in der Technik, sondern in der Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten.
| Kennzahl | Wert laut TI-Atlas 2026 |
|---|---|
| Arztpraxen mit intensiver ePA-Nutzung | ca. 70 % |
| Kliniken mit ePA-Einsatz | ca. 50 % |
| Ärzte, die Dokumente eingestellt haben | 80 % |
| Schnellerer Zugang zu Patienteninfos | ca. 66 % der Einrichtungen |
| Versicherte mit aktiver ePA-Nutzung | ca. 24 % |
| Patienten ohne ePA-Gespräch in der Praxis | 69 % |
Was bringt die ePA Ihrer Praxis konkret?
Die Vorteile der elektronischen Patientenakte zeigen sich besonders in Praxen, die sie aktiv in ihre Abläufe eingebunden haben — nicht als Pflichtübung, sondern als Arbeitsinstrument.
Schnellerer Informationszugang
Befunde, Arztbriefe und Laborwerte liegen vor, bevor die Patientin oder der Patient im Behandlungszimmer sitzt. Kein Faxen, kein Nachfragen beim Kollegen.
Weniger Doppeluntersuchungen
Wenn Vorbefunde in der ePA verfügbar sind, lassen sich unnötige Wiederholungen vermeiden. Das spart Zeit und Kosten — für Praxis und Patient.
Bessere Medikationsübersicht
Der elektronische Medikationsplan (eMP) zeigt alle verordneten Medikamente auf einen Blick. Wechselwirkungen werden früher erkannt, besonders bei Patienten mit mehreren Verordnern.
Grundlage für kommende Funktionen
Die gematik plant für 2026 und 2027 weitere ePA-Erweiterungen: erweiterten digitalen Medikationsprozess, Push-Benachrichtigungen und Pilotprojekte in Modellregionen.
Drei Schritte, um die ePA in Ihrer Praxis besser zu nutzen
Patienten aktiv ansprechen
69 Prozent der Versicherten haben laut TI-Atlas noch nie mit ihrer Praxis über die ePA gesprochen. Ein kurzer Hinweis am Empfang oder beim Einlesen der Gesundheitskarte reicht oft: „Ihre ePA ist angelegt — wir nutzen sie, damit Ihre Befunde beim nächsten Besuch sofort verfügbar sind." Keine Broschüre nötig, nur ein Satz.
Elektronischen Medikationsplan nutzen
63 Prozent der Patienten mit mehreren Medikamenten würden die ePA häufiger nutzen, wenn dort ein digitaler Medikationsplan verfügbar wäre. Der eMP ist seit März 2026 aktiv. Prüfen Sie, ob Ihr Praxisverwaltungssystem den eMP unterstützt und ob die Funktion in Ihrem Arbeitsablauf aktiviert ist.
PVS-Integration überprüfen
Die ePA entfaltet ihren Nutzen nur, wenn sie nahtlos ins Praxisverwaltungssystem eingebunden ist. Läuft das Einstellen von Dokumenten automatisch? Werden ePA-Daten beim Öffnen der Patientenakte angezeigt? Wenn nicht, liegt das Problem oft nicht an der ePA selbst, sondern an der Konfiguration im PVS. Ein Gespräch mit Ihrem Softwareanbieter klärt das in der Regel schnell.
Was kommt als Nächstes bei der ePA?
Die gematik-Gesellschafter haben im September 2026 neue Spezifikationen für Funktionserweiterungen der ePA beschlossen. Geplant sind unter anderem ein erweiterter digitaler Medikationsprozess mit automatischen Push-Benachrichtigungen und Pilotprojekte in Modellregionen, bevor der bundesweite Rollout folgt.
Für Praxen bedeutet das: Die ePA wird in den kommenden Monaten funktional wachsen. Praxisverwaltungssysteme müssen diese Erweiterungen zeitnah abbilden. Achten Sie bei Ihrem PVS-Anbieter darauf, dass Updates zur ePA-Funktionalität zeitnah bereitgestellt werden — das ist keine Kür, sondern Voraussetzung für einen reibungslosen Praxisbetrieb. Die CoKom One GmbH stellt sicher, dass Praxis4More als zertifiziertes Praxisverwaltungssystem neue TI-Anforderungen zeitnah umsetzt.
Häufige Fragen zum TI-Atlas 2026 und zur ePA
Was ist der TI-Atlas?
Der TI-Atlas ist eine jährliche Studie der gematik zur Nutzung, Akzeptanz und Wirkung der Telematikinfrastruktur im deutschen Gesundheitswesen. Für die Ausgabe 2026 wurden rund 5.000 medizinische Einrichtungen und 1.400 Versicherte befragt. Er ist damit die grösste regelmässig erhobene Datenquelle zum Digitalisierungsstand in Arztpraxen, Kliniken und Apotheken.
Wie viele Arztpraxen nutzen die ePA aktiv?
Laut TI-Atlas 2026 nutzen knapp 70 Prozent der Arztpraxen die elektronische Patientenakte intensiv. 80 Prozent der Ärztinnen und Ärzte haben bereits Dokumente eingestellt. Auf Patientenseite liegt die aktive Nutzung bei etwa 24 Prozent — hier besteht der grösste Nachholbedarf.
Was bringt die ePA meiner Hausarztpraxis konkret?
Zwei Drittel der Einrichtungen berichten laut TI-Atlas, dass Patienteninformationen durch die ePA schneller verfügbar sind. In der Hausarztpraxis bedeutet das: weniger Telefonate mit Fachkollegen, weniger Doppeluntersuchungen und eine bessere Medikationsübersicht — besonders bei Patienten, die von mehreren Ärzten behandelt werden.
Muss mein PVS die ePA unterstützen?
Ja. Seit 2026 müssen Praxisverwaltungssysteme ECC-fähig sein, um TI-Anwendungen wie die ePA und das E-Rezept weiterhin nutzen zu können. Prüfen Sie bei Ihrem PVS-Anbieter, ob die aktuelle Version alle Anforderungen erfüllt. Im Praxis4More-Blog finden Sie aktuelle Informationen zu TI-Updates und Fristen.
TI-Atlas 2026: Die ePA ist da — jetzt zählt, was Praxen daraus machen
Die Zahlen des TI-Atlas 2026 zeigen: Die technische Grundlage für die ePA steht in den meisten Arztpraxen. Der nächste Schritt ist, die ePA vom Pflichtprogramm zum echten Arbeitsinstrument zu machen — durch aktive Patientenkommunikation, durchgängige PVS-Integration und die Nutzung neuer Funktionen wie dem elektronischen Medikationsplan. Wenn Sie prüfen möchten, ob Ihr Praxisverwaltungssystem die aktuellen TI-Anforderungen vollständig abdeckt, sprechen Sie mit der CoKom One GmbH.
