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TI-Störung bei secunet- und RISE-Konnektoren: Was Praxen jetzt tun
Telematik

TI-Störung bei secunet- und RISE-Konnektoren: Was Praxen jetzt tun

Die aktuelle TI-Störung betrifft Konnektoren von secunet und RISE: Nach einem Neustart bauen viele Geräte seit dem 12. Oktober 2026 keine Verbindung zur Telematikinfrastruktur mehr auf. E-Rezept, ePA, eAU, KIM und der Versichertenstammdatenabgleich fallen dann aus. Die wichtigste Regel für Praxen lautet deshalb: Konnektor nicht neu starten und bei Problemen sofort den Dienstleister vor Ort informieren.

Was ist bei der TI-Störung am 12. Oktober passiert?

Am Montagmorgen, 12. Oktober 2026, meldete die gematik ab 10:39 Uhr Probleme bei der Verbindung zur TI. Betroffen waren Einrichtungen, die über die VPN-Zugangsdienste von Arvato oder T-Systems angebunden sind. Für sie waren VSDM, ePA, E-Rezept und KIM zeitweise nicht nutzbar.

Gegen 12:42 Uhr grenzte die gematik die Ursache auf Konnektoren der Hersteller secunet und RISE ein und riet ausdrücklich davon ab, betroffene Geräte neu zu starten. Um 15:28 Uhr folgte die Meldung, dass ein Workaround gefunden wurde. Der Status steht seitdem auf „Teilausfall“. Eine automatische Lösung der Hersteller ist angekündigt, aber noch nicht verfügbar.

Warum verlieren die Konnektoren die TI-Verbindung?

Auslöser ist ein lange angekündigter Schlüsselwechsel im Internet. DNSSEC ist ein Verfahren, mit dem Namensauflösungen im Internet kryptografisch abgesichert werden. Seit dem 11. Oktober 2026 wird die oberste Ebene dieser Kette mit einem neuen Root-Schlüssel signiert. Laut heise fehlt dieser neue Vertrauensanker in den betroffenen Konnektoren.

Die Folge: Der Konnektor kann die Adresse seines VPN-Zugangsdienstes nicht mehr auflösen und keinen neuen Tunnel zur TI aufbauen. Bestehende Verbindungen laufen zunächst weiter, weil sie keine neue Namensauflösung brauchen und alte Einträge noch zwischengespeichert sind. Nach einem Neustart oder einer regulären Neuverbindung ist dieser Puffer weg, und die Praxis ist offline.

Wichtig: Auch Praxen, deren Konnektor heute noch normal läuft, sind nicht automatisch sicher. Nach Einschätzung von heise dürften ohne Korrektur im Laufe der Woche alle secunet- und RISE-Konnektoren im Feld betroffen sein. Es lohnt sich deshalb, den Workaround vorsorglich einspielen zu lassen.

Welche Praxen sind von der TI-Störung betroffen?

Situation Betroffen? Folgen
secunet-Konnektor (z. B. Telekom-MAP-Bundle) über Arvato oder T-Systems Ja, spätestens nach Neustart Kein VSDM, kein E-Rezept, keine ePA, kein KIM, keine eAU
RISE-Konnektor Ja, spätestens nach Neustart Wie oben, eigene Anleitung der gematik folgt
Anbindung über Konnektor im Rechenzentrum (TI-Gateway) Möglich, je nach eingesetztem Konnektor Beim Anbieter des TI-Zugangs nachfragen
Konnektoren anderer Hersteller Bisher nicht gemeldet Aktuellen TI-Status weiter beobachten

Welcher Konnektor in Ihrer Praxis steht, sehen Sie auf dem Typenschild des Geräts oder in den Unterlagen Ihres TI-Anbieters. Im Zweifel kann Ihr Dienstleister das in wenigen Minuten aus der Ferne prüfen.

Was sollte die Praxis jetzt tun?

1

Konnektor nicht neu starten

Die gematik rät unter keinen Umständen zu einem Neustart von secunet- oder RISE-Konnektoren. Das gilt auch für Stromtrennung, USV-Tests oder das Ausschalten des Serverschranks am Abend.

2

Dienstleister vor Ort kontaktieren

Der Workaround muss manuell vom DvO, also dem technischen Support der Praxis, eingespielt werden. Melden Sie sich frühzeitig, auch wenn die TI gerade noch funktioniert.

3

Workaround einspielen lassen

Für secunet-Konnektoren liegt im gematik Fachportal unter „Wartungen & Sonstige Informationen“ eine Anleitung bereit, die Telekom hat sie für ihre Kunden ebenfalls veröffentlicht. Dabei wird der neue DNSSEC-Vertrauensanker im Konnektor hinterlegt. Für RISE-Geräte können abweichende Schritte nötig sein.

4

Automatisches Firmware-Update aktivieren

Die gematik empfiehlt, die Auto-Update-Funktion einzuschalten. So kommt die angekündigte dauerhafte Lösung der Hersteller ohne weiteren Termin in die Praxis.

5

Ersatzverfahren nutzen, bis die TI wieder läuft

Für E-Rezept und eAU gibt es bei technischen Störungen die bekannten Ersatzverfahren auf Papier. Informieren Sie das Team am Empfang, damit Patientinnen und Patienten nicht unnötig warten.

Ausfallplan statt Improvisation

Es ist nicht die erste TI-Störung dieser Art. Bereits 2020 verloren zehntausende Praxen nach einem Fehler rund um Vertrauenslisten und DNSSEC ihre TI-Verbindung. Praxen, die einen einfachen Ausfallplan haben, kommen deutlich ruhiger durch solche Tage.

Ansprechpartner griffbereit

Telefonnummer des DvO, Konnektortyp und TI-Anbieter auf einem Blatt am Empfang.

Papiervordrucke vorrätig

Muster 16 und AU-Vordrucke für das Ersatzverfahren in ausreichender Menge.

Statusquellen kennen

Die TI-Statusseite der gematik und deren WhatsApp-Kanal liefern aktuelle Meldungen.

Fernwartung freigeben

Mit einer geregelten Fernwartung kann der Dienstleister Workarounds schneller einspielen.

Auch Ihr Praxisverwaltungssystem sollte mit TI-Ausfällen umgehen können. In Praxis4More, dem Praxisverwaltungssystem der CoKom One GmbH, laufen Terminplanung, Dokumentation und Abrechnung auch dann weiter, wenn die TI-Anwendungen vorübergehend nicht erreichbar sind. Wie Praxen mit Kartenproblemen am Empfang umgehen, beschreiben wir im Beitrag eGK nicht lesbar nach der ECC-Umstellung.

Häufige Fragen zur TI-Störung

Kann ich den Workaround selbst einspielen?

Die gematik richtet die Anleitung ausdrücklich an den Dienstleister vor Ort. Die Änderung erfolgt in der Managementoberfläche des Konnektors, Fehler beim Kopieren der Konfiguration können die Verbindung weiter stören. Überlassen Sie das Ihrem technischen Support.

Muss ich den Konnektor nach dem Workaround neu starten?

Für secunet-Konnektoren sieht die Anleitung nach dem Einspielen des neuen Vertrauensankers einen Neustart vor, damit der Tunnel neu aufgebaut wird. Ohne den Workaround sollten Sie das Gerät dagegen nicht neu starten.

Wie lange dauert die Störung noch?

Einen Termin für die automatische Lösung nennen die Hersteller bisher nicht. Den aktuellen Stand finden Sie auf der TI-Statusseite der gematik. Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald es neue Informationen gibt.

Fazit: TI-Störung beim Konnektor ernst nehmen, aber nicht neu starten

Die TI-Störung bei secunet- und RISE-Konnektoren lässt sich mit einem Workaround beheben, der aber von Hand eingespielt werden muss. Lassen Sie Ihren Konnektor jetzt prüfen, auch wenn er noch läuft, und starten Sie ihn bis dahin nicht neu. Wenn Sie wissen möchten, wie Praxis4More Ihre Praxis bei TI-Anbindung und Ausfällen unterstützt, finden Sie einen Überblick bei den Leistungen der CoKom One GmbH.

Daniel Frenzel
Daniel Frenzel
Autor bei CoKom One GmbH – Praxis4More.

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