Der elektronische Medikationsplan (eMP) in der ePA wird seit Sommer 2026 in Pilotregionen erprobt und soll ab dem vierten Quartal schrittweise bundesweit starten. Für Hausarztpraxen heißt das: Ihr Praxisverwaltungssystem muss den eMP lesen und schreiben können, bevor Patienten danach fragen.
Die Quellenlage zu den Terminen ist uneinheitlich: Ältere Meldungen nannten März 2026, dieser Termin wurde verschoben. Nach aktuellem Stand (KVB-Forum, Fachmedien) läuft die Pilotierung in Franken, Hamburg und Nordrhein-Westfalen seit Mitte Juli, der bundesweite Roll-out ist für den Herbst bzw. ab dem vierten Quartal vorgesehen. Verbindlich ist die Roadmap der gematik, Änderungen sind möglich.
Was ist der elektronische Medikationsplan in der ePA?
Der elektronische Medikationsplan ist eine strukturierte Übersicht darüber, welche Medikamente ein Patient aktuell tatsächlich einnimmt, einschließlich Einnahmehinweisen und Dosierschemata. Er ergänzt die elektronische Medikationsliste (eML), die automatisch aus E-Rezept-Verordnungen und Abgaben entsteht.
| Medikationsliste (eML) | Medikationsplan (eMP) | |
|---|---|---|
| Inhalt | Historie der E-Rezepte und Abgaben | Aktuelle Einnahme mit Hinweisen und Dosierung |
| Entstehung | Automatisch aus dem E-Rezept | Wird von Ärztinnen und Ärzten gepflegt |
| Aussage | Was verordnet und abgegeben wurde | Was der Patient einnehmen soll |
Die eML wird bereits stark genutzt: Laut BITMARCK stiegen die Abrufe zwischen Juli 2025 und Juni 2026 um 120 Prozent auf 33 Millionen. Einen Anspruch auf den Medikationsplan haben weiterhin Versicherte, die über 28 Tage mindestens drei verordnete Medikamente zulasten der GKV anwenden.
Was ändert sich für Hausarztpraxen?
Hausarztpraxen pflegen den Medikationsplan ohnehin, bisher meist als Papierausdruck oder im PVS. Künftig soll er in der ePA liegen und von mehreren Behandlern gelesen und aktualisiert werden. Das bedeutet: Der Plan, den Sie heute im PVS führen, muss mit dem in der ePA abgeglichen werden. Offen ist aus unserer Sicht noch, wie Konflikte bei mehreren Bearbeitern in der Praxis dargestellt werden. Dazu fanden wir in den Quellen keine verbindlichen Angaben, ebenso wenig zu einer Pflicht für Praxen zum Start.
Was muss Ihr Praxisverwaltungssystem können?
Lesen aus der ePA
Den aktuellen eMP des Patienten anzeigen, ohne dass Sie die ePA-Oberfläche verlassen müssen.
Schreiben in die ePA
Änderungen aus der Sprechstunde direkt in den eMP übernehmen und mit dem lokalen Plan abgleichen.
Abgleich mit der Medikationsliste
eML und eMP nebeneinander darstellen, damit Abweichungen auffallen.
Bedienbarkeit im Praxisalltag
Wenige Klicks im Quartalsbetrieb, besonders bei Chronikern und Heimbesuchen.
Praktischer Hinweis: Fragen Sie Ihren PVS-Hersteller konkret nach dem geplanten Update-Termin für den eMP und nach der Modulversion der ePA. Ohne aktuelles ePA-Modul und passenden Konnektor-Stand ist die Funktion nicht nutzbar.
Wie bereiten Sie die Praxis in vier Schritten vor?
Stand klären
PVS-Version, ePA-Modul und Konnektor-Stand beim Hersteller erfragen.
Zuständigkeit festlegen
Wer pflegt den Medikationsplan: Ärztin oder Arzt, MFA nach Anweisung? Das sollte vor dem Start geklärt sein.
Team schulen
Kurze Einweisung zu eML und eMP, damit der Unterschied am Empfang und in der Sprechstunde klar ist.
Patienten informieren
Ein kurzer Aushang oder Hinweis beim Termin erklärt, was in der ePA steht und wer es sehen kann.
Wie unterstützt Praxis4More den Umgang mit der ePA?
Praxis4More ist das zertifizierte Praxisverwaltungssystem der CoKom One GmbH für Hausarztpraxen, Facharztpraxen und MVZ mit HZV-Schwerpunkt. Die elektronische Patientenakte ist Teil des Funktionsumfangs. Zur Umsetzung des eMP und zum Zeitplan finden Sie aktuelle Informationen im Praxis4More-Blog, etwa zur ePA-Störung im September und zum TI-Atlas 2026.
Häufige Fragen zum ePA-Medikationsplan
Ist der Medikationsplan in der ePA schon Pflicht?
Zu einer Pflicht für Praxen beim Start fanden wir keine verbindliche Angabe. Prüfen Sie die Hinweise von KBV und gematik.
Ersetzt der eMP den bisherigen Papierplan?
Der Anspruch auf den Medikationsplan bleibt bestehen, die Form wird digital. Ob und wann der Papierausdruck entfällt, hängt von den Vorgaben ab.
Wann startet der eMP bundesweit?
Voraussichtlich schrittweise ab dem vierten Quartal 2026. Termine können sich verschieben.
Fazit: ePA-Medikationsplan frühzeitig klären
Der ePA-Medikationsplan kommt schrittweise, und Praxen profitieren, wenn Zuständigkeit und PVS-Stand vorher geklärt sind. Wenn Sie mehr über Praxis4More erfahren möchten, finden Sie weitere Informationen auf cokom-one.de.
